Im Anfang stand das Lithium

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Schaut man auf die Wikipedia-Seite von Elektrofahrzeugen, fällt einem nicht schwer, daran zu glauben wie an einen heiligen Gral der Energiewende. Mit einer fantastischen CO2-Bilanz und einem quasi nicht existenten Fahrgeräusch wirkt diese Technologie wie ein Traum. Doch ist wirklich alles Gold was glänzt? 

Auf der Suche nach Nachteilen an den Elektroautos bin ich bei der Batterie stutzig geworden. Denn beim Unterpunkt stand nur die CO2-Bilanz der Herstellung einer lithiumhaltigen Batterie (Die Art Batterie, die für E-Autos verwendet wird).

Wenig später stieß ich auf einen Artikel über das sogenannte „Lithium-Dreieck“ in den Ländern Argentinien, Bolivien und Chile. Das größte Gebiet für Lithium-Abbau auf der ganzen Welt liegt in der argentinisch-chilenischen Hochwüste Puna, die von etwa 100.000 Anwohnern bevölkert ist – wie dem indigenen Stamm der Kollas.

Eine Familie des Stammes der Kolla

Seit die Salzwüsten für Batterien abgebaut werden, muss dieser Jahrtausende alte Volksstamm damit rechnen, seine Heimat zu verlieren. Denn ihr Lebensunterhalt, die Lamazucht, kann nicht mehr fortgeführt werden.

Gesunde Lamas in den Höhen der Anden

In dem Artikel erzählen sie von Lamas, die seit dem Lithium-Abbau mit Geschwüren und Fehlbildungen auf die Welt kommen und kurz danach sterben. Grund dafür sei vermutlich der Staub von Natriumhydroxid, womit das Lithium chemisch behandelt wird.

„Ich hatte früher 230 Lamas, aber das war, bevor das Bergbauunternehmen hier anfing zu arbeiten. Seitdem sterben die Tiere. Die Kleinen werden geboren und sterben. Das geht schon seit zwei Jahren so. Sie kommen mit Behinderungen und Krankheiten zur Welt, mit krummen Beinen und Zysten. An denen sterben sie dann nach kurzer Zeit.“

https://www.deutschlandfunk.de/lithium-abbau-in-suedamerika-kehrseite-der-energiewende.724.de.html?dram:article_id=447604

Sicherheitsmaßnahmen zählen für die großen Unternehmen aus aller Welt dort leider nicht und der Staat greift ebenfalls nicht ein. Wie hoch die Lebenserwartung der dort wohnhaften Menschen In einigen Jahren sein wird, will ich mir gar nicht ausmalen.

Die Zerstörung der Landschaft ist ebenfalls extrem gravierend, was man sich schon vorstellen kann, wenn man sich nur einen Steinbruch mit 1 qkm Größe anschaut.

Bei weitem das Schlimmste ist jedoch der zunehmende Wassermangel. Um Lithium abzubauen, wird auf Verdunstung durch die Sonne gesetzt. Jeden Tag werden 21 Millionen Liter in die Becken gepumpt, die in etwa so aussehen:

Dadurch sinkt der Grundwasserspiegel so drastisch, dass viele Dörfer fast austrocknen.

Meine Frage ist: Ist es uns das Alles wert? Solche Probleme, solche weitreichenden Auswirkungen dürfen nicht einfach unter den Tisch gekehrt werden in der Hoffnung, dass keiner nach der Wahrheit sucht!

Unserer Gesellschaft wird erzählt, wir sollten doch auf Elektromotoren umsteigen, sogar ein Komplettumstieg Deutschlands ist das Ziel. Wohin soll das führen? Es wird zu der Auslöschung der Bevölkerung, einer Landschaft führen dafür, dass wir Auto fahren können.

Was die Industrie mit uns macht, ist offensichtlich und natürlich auch nachvollziehbar: Die sogenannte Klimakrise für sich zu nutzen, damit keine Wirtschaftskrise daraus wird. Es muss aber weiter gedacht werden. Good enough ist hier nicht ausreichend. 

Für mich ist ganz klar: Wir müssen eine Lösung finden, den CO2-Ausstoß zu verringern, ohne dass andere Menschen darunter leiden müssen. Deshalb muss Forschung gefördert werden, bessere Technologien gefunden. 

Und solange diese Technologie, der tatsächliche heilige Gral der Energiewende nicht gefunden wurde, wurde nur ein Problem für ein Anderes getauscht.

Eben nur good enough.

Ein Video von Galileo zur Lithiumgewinnung findet ihr, wenn ihr oben auf Play drückt.

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