Ein graues Schaf ist ein schlaues Schaf

Vor nicht allzulanger Zeit habe ich euch auf Instagram mal gefragt, ob ich mal meine Ansichten zu politischen Themen posten sollte. 99% waren begeistert von der Idee und haben mir auch schon einige Schlagwörter genannt, die sie wichtig und interessant finden.

Und diese Wörter haben mich zum Nachdenken gebracht. Dabei waren es nicht die Wörter selbst, sondern die Oberflächlichkeit, mit der man diesen politischen Problemen und Ereignissen begegnet.

Schlagwörter. Politik besteht zur Zeit nur noch aus Schlagwörtern und Hashtags, Positionierung und Verurteilung. Damit möchte ich nicht sagen, dass es noch nie so war. Doch ich habe es satt. Satt, nicht mehr eine „graue“ Meinung haben zu dürfen, die Vor- und Nachteile eines bestimmten Themas objektiv zu betrachten. 

Warum wird uns in Zeiten von Fake News eingetrichtert, alles zu hinterfragen, was da in den Weiten des World Wide Webs herumschwirrt, mit der Folge, dass aber doch jeder blindlings einer Meinung hinterherrennt, die ihm am bequemsten erscheint? 

Menschen hören auf sich zu bilden. Die vielen Ursachen beruhen nicht nur auf dem einen schlechten Lehrer, auf dem schlechten Schulsystem, auf den schwierigen sozialen Umständen oder generell auf der Suchmaschine, die uns in Sekundenschnelle all das ausspuckt, was wir in einer Minute vergessen haben. Sie sind Faktoren, vielleicht. Diese Ursachen nehmen uns die Zusammenhänge weg. Aber: der wichtigste Faktor ist die Dummheit der Menschen, die nicht fähig sind, einen Zusammenhang herzustellen. Wir sind nicht gerne dumm, auch wenn wir es sind. Und — zack — ist schon wieder jemand Anderes an meiner Dummheit und meinem Desinteresse schuld.

Suche nicht immer an dir die Fehler, lese ich häufig. Wie wichtig die Einschränkungen “nicht” und “immer” sind, findet man heraus, wenn man sie weglässt: Suche immer an dir die Fehler vs. Suche nicht an dir die Fehler. Schwarz und weiß. Selbstzerstörung vs. Fremdzerstörung. Was ist denn hier besser? Für mich und mein Wohlergehen – definitiv – Fremdzerstörung. Für die anderen Menschen ist meine Fremdzerstörung eher weniger schön…Wie soll unser Zusammenleben dann noch möglich sein?

Genauso verhält es sich mit der Politik. Es gibt kein Schwarz und es gibt kein Weiß. Wer das behauptet, ist entweder der direkt Betroffene (Greta Thunberg wird vermutlich nicht sagen, dass Argumente gegen Klimaschutz auch seine Daseinsberechtigung haben) oder er lügt. Oder Beides. Politik ist grau (Grau ist schlau!)

Solange deine Sicht auf ein Thema nicht eine Abwägung positiver und negativer Argumente ist, hast du nur ein Argument. Und das bedeutet: Informiere dich! Versuche aber, nicht nur auf Seiten einer politischen Gesinnung zu schauen. Wenn du dir nicht denken kannst, wie AfD-Politiker zur Flüchtlingskrise stehen, dann musst du vielleicht erstmal die Parteien recherchieren.

Wenn du dich mit einem Thema beschäftigst, schreibe alle Argumente auf, die dir einfallen und die du darüber findest. Aber zuallererst: Lese die Geschichte. Damit meine ich nicht irgendeine herzzerreißende Story eines Mannes, der im Krieg seine Tochter verloren hat (Kriege sind scheiße, aber diese Art Storys ist quasi vergeudete Zeit, so böse es sich anhört.) sondern DIE Geschichte.

Wie kam es zu dieser Situation? Hatten wir schon mal Probleme wie dieses? Wie sind sie gelöst worden? Sind sie gelöst worden? Was ist die Ursache dieses Problems?

Abschließend für heute möchte ich sagen: Alles in der Politik hat einen Zusammenhang. Du allein entscheidest, ob du ihn sehen willst oder nicht. Du allein entscheidest deinen Weg zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Selbst- und Fremdzerstörung.

Deine Elisabeth

Social samma ;)

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